04.05.2015 - Ben Carson kandidiert für das Weiße Haus

Ist für seine aggressiven Auftritte bekannt: Ben Carson. (Foto: REUTERS)

Liebling der Tea Party - Neurochirurg will US-Präsident werden

Ein weiterer Republikaner steigt ins Rennen um das Weiße Haus ein: Der Arzt Ben Carson verkündet seine Kandidatur. Als Politiker hat er keine Erfahrung, als Arzt hingegen erlangte er weltweite Berühmtheit.


In den USA wächst der Zahl der republikanischen Bewerber für das Präsidentenamt. Der bekannte Neurochirurg Ben Carson kündigte seine Kandidatur an. Er habe sich dazu entschlossen, nachdem ihn viele Menschen dazu ermutigt hätten, obwohl er ein politischer Neuling sei, sagte der 63-Jährige in einem Interview des Senders WPEC-TV.

Damit ist Carson der erste Afroamerikaner unter den nunmehr vier Kandidaten der Republikaner für die Wahl im November 2016. Er gilt als Liebling der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung der Partei. Bei seinen politischen Forderungen scheint das nicht verwunderlich: Carson tritt für niedrige Steuern und gegen die Gesundheitsreform von Präsident Barack Obama ein. Die bezeichnete er jüngst als das Schlimmste, was den USA seit der Sklaverei passiert sei.

Offiziell will er seine Kandidatur am Montag erklären. Danach plant Carson eine dreitägige Reise nach Iowa. Der Bundesstaat im Mittleren Westen der USA ist historisch dafür bekannt, Außenseiter-Kandidaten zu unterstützen.

Siamesische Zwillinge operiert

Weltweit berühmt wurde Carson mit der ersten erfolgreichen Trennungsoperation an siamesischen Zwillingen, die am Kopf zusammengewachsen waren. Ein politisches Amt bekleidete er jedoch noch nie. Erst 2013 betrat er mit einer kritischen Rede gegen Präsident Obama die politische Bühne der USA. Im gleichen Jahr sorgte Carson für Furore als er gleichgeschlechtliche Ehen mit Pädophilie verglich. Im März 2015 erst sah er sich außerdem zu einer Entschuldigung gezwungen, nachdem er erklärt hatte, die Erfahrung von Männern in Gefängnissen zeige, dass Homosexuelle eben doch eine Wahl hätten.

Für seine Präsidentschaftskandidatur strebt Carlson nun aber mildere Töne an. Er habe erkannt, dass bestimmte Formulierungen Menschen dazu verleiten, nicht mehr zuhören zu wollen, so der 63-Jährige. Aus diesem Grund werde er in Zukunft eine weniger "aufrührerische Sprache" verwenden. Ein Medien-Coaching soll ihm dabei helfen.

Neben ihm bewerben sich bislang die Senatoren Marco Rubio, Ted Cruz und Rand Paul um die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner bei der Wahl im November 2016. Als weiterer Kandidat gilt vor allem der frühere Gouverneur von Florida, Jeb Bush, Sohn und Bruder der ehemaligen Präsidenten George Bush und George W. Bush. Bei Obamas Demokraten gilt Ex-Außenministerin Hillary Clinton als Favoritin. Ihr innerparteilicher Konkurrent ist Senator Bernie Sanders aus Vermont.

Quelle:  http://www.n-tv.de/politik/Neurochirurg-will-US-Pr...